Die HANDY-Connection am Albert-Einstein Gymnasium in Kaarst

Schülerinnen und Schüler nutzen Smartphones ganz selbstverständlich als Alltagsgegenstände. Aber wie und unter welchen (Arbeits-)Bedingungen werden unsere Smartphones hergestellt und die hierfür erforderlichen Rohstoffe gewonnen? Und was passiert eigentlich mit dem Gerät, wenn es nicht mehr gebraucht wird?
Mit dem Bildungsprojekt „Die HANDY-Connection“ von dem Berliner Verein WEED - Weltwirtschaft, Ökologie & Entwicklung e.V. sollte diesen Fragen nachgegangen werden und Schülerinnen und Schüler der SEK I für einen bewussteren Umgang und Konsum mit Smartphones und IT-Geräten sensibilisiert werden.
Die für Jugendliche motivierend gestaltete entwicklungspolitische Detektivtour verfolgt einen Bildungsansatz, welcher Globales Lernen an verschiedene Orte der Stadt Kaarst bringt (z.B. Café Einblick, Bebop, VHS Kaarst, AEG).
Die Schülerinnen und Schüler der 7. Jahrgangsstufe von Herrn Textor, Herrn Walter und Herrn Spellsiek schlüpften dabei in die Rolle von Ermittlern, deren Aufgabe darin bestand, den Tod einer Fabrikarbeiterin in der Smartphone-Produktion aufzuklären.
Auf ihrem Weg durch die Innenstadt von Kaarst trafen die Schüler dabei auf reale Personen, die ihnen Informationen und Hinweise gaben, um den Fall erfolgreich zu lösen. So wurde das Foyer der VHS zum Tatort oder das Jugendzentrum Bebop zur Produktionshalle, in der die jungen Ermittler auf eine überarbeitete Fabrikarbeiterin trafen. Die jungen Ermittler mussten einer unbekannten Nummer nachgehen, den 2. Teil einer Visitenkarte finden und zum Ende hin den Geschäftsführer der Fabrik zur Rede stellen.
So erhielten die Lernenden nicht nur einen Einblick in die Produktions- und Arbeitsbedingungen, sondern auch in die globale Lieferkette von Smartphones. Sie erfuhren u.a., dass in einem Smartphone wertvolle Rohstoffe stecken und dass der Abbau häufig eine Gefahr für Minenarbeiter und Umwelt darstellt. Gemeinsam erkannten sie, dass man nicht immer das allerneuste Handymodell besitzen muss oder dass man ein Handy auch länger als ein Jahr nutzen kann.
Im April 2016 wurde „Die Handy-Connection“ im Rahmen des Bildungskongresses WeltWeitWissen als Best Practice Beispiel des Globalen Lernens ausgezeichnet. Gefördert wird das Projekt aktuell von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit. Durch die weitere finanzielle Förderung der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein Westfalen ist es möglich, dass Berliner Bildungsprojekt in diesem Jahr auch nach NRW zu bringen, um dort Workshops an Schulen durchzuführen.
Alle Schülerinnen und Schüler waren sich im Nachhinein einig: Die Detektivtour war ein voller Erfolg, auch wenn die Ermittlungen gerne etwas länger hätten dauern können.
M. Spellsiek

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