Dem Phänomen der Gentrifizierung auf der Spur

Am Montag, den 13.01.2020, machte sich der Erdkunde-LK der Q1 auf den Weg nach Köln, um einen bedeutenden Bestandteil der aktuellen Reihe zum Themenschwerpunkt „Stadtentwicklung und Stadtentwicklungsprozesse im urbanen Raum“ genauer unter die Lupe zu nehmen. Im Unterricht wurden bisher auf theoretischer Ebene und anhand von relevanten Raumbeispielen die unterschiedlichen Stadtmodelle und Stadtstrukturen mithilfe von Modellen, Tabellen, Diagrammen, Karten und Graphiken analysiert.
Es bietet sich jedoch im Fach Erdkunde durch eine Exkursion die Gelegenheit, die bisher theoretisch erarbeiteten Ergebnisse in der Realität anzusehen, zu beobachten und genauer zu hinterfragen. Vor allem die Prozesse der sozialräumlichen Segregation und der Gentrifizierung können in Köln beispielhaft für zahlreiche Städte Deutschlands aus nächster Nähe durch die Schülerinnen und Schüler untersucht werden.
Unter Gentrifizierung versteht man einen Prozess des Wandels in Stadtquartieren, der mit einer baulichen Aufwertung der Gebäudestruktur und einer damit Verdrängung der bisherigen Bewohnerschaft und dem Zuzug neuer Bewohnergruppen einhergeht. Ebenfalls setzt eine funktionale und mediale bzw. symbolische Aufwertung dieses Stadtquartiers ein.
Die Exkursion fand in zwei unterschiedlichen Stadtteilen (Köln-Mülheim und Köln-Ehrenfeld) statt, um so einen Vergleich zweier Veedel zu ziehen, die sich in unterschiedlichen Phasen des Modells der Gentrifizierung befinden. Durch fragengeleitete Interviews der Bewohner der beiden Viertel, eine Kartierung des Einzelhandels und genauen Beobachtungsaufträgen bezogen auf Bewohnerschaft und Gebäudestruktur konnte somit die Stadt Köln aus sozialgeographischer Perspektive praxisnah erforscht werden.
Die Frage nach dem „Wem gehört die Stadt?“ dürfen sich unsere baldigen Abiturientinnen und Abiturienten auch in einem Jahr stellen. Evtl. werden sie dann selbst ein Teil des Gentrifizierungsprozesses sein.
M. Spellsiek

 

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