Trauer um Wolfgang Bongartz
Mit Trauer und Betroffenheit haben wir davon Kenntnis genommen, dass Herr OStR i. R. Wolfgang Bongartz am 07. Juli 2026 im Alter von 83 Jahren verstorben ist.
Wolfgang Bongartz hatte ursprünglich eine Laufbahn im kommunalen Verwaltungsdienst angestrebt. Aber nach einigen Jahren entschied er sich, noch einmal die Schul- und Hörsaalbank zu drücken. Er wurde zuerst Grund- und Volksschullehrer, legte aber dann auch noch die Prüfung für das höhere Lehramt ab und nahm schließlich am 01.08.1975 seinen Dienst am Albert-Einstein-Gymnasium mit den Fächern Geschichte, Pädagogik und später auch noch kath. Religion auf.
Von Beginn an war es ihm ein Anliegen, den für ihn selbstverständlichen Erfordernissen einer vertieften gymnasialen Bildung gerecht zu werden. So gehörten eine sorgsame fachliche Vorbereitung ebenso wie eine durchdachte Unterrichtsplanung zu seinen Markenzeichen. Aus einem klaren Rollenverständnis heraus schätzten seine Lerngruppen die geschickte Unterrichtsführung und klare Zielsetzung, die auch immer eine angepasste Lernprogression im Blick behielt und zu nachvollziehbarer Notengebung führte.
Wenn man ehemalige Schüler fragt, kommt ihnen zuerst die unverwechselbare und zugleich unüberhörbare rheinische Mundart von Herrn „Bonnjartz“ in den Sinn. Sein niederrheinische Herkunft prägte auch sein Wesen: Mit rheinischem Humor und zugewandtem Wohlwollen unterrichtete er nicht nur seine Lerngruppen und Klassen, auch das Kollegium schätzte seine persönlich bescheidene Art, die mit einer gleichsam unerschütterlichen und nie versiegenden guten Laune gepaart zu sein schien: „Ach, was bin ich so froh, dass ich so froh bin“, war ein Satz, mit dem sich die rheinische Frohnatur ins Gedächtnis seiner Umwelt eingeprägt hat. Optimistisch in der Herangehensweise, stets engagiert und mit dem steten Bemühen, Probleme anzugehen und nachhaltig zu lösen, fand sein reflektiertes Urteil Gehör im Kollegium. Als Verwaltungsoberstudienrat, wie seine Bezeichnung hieß, wirkte er auch an vielen Prozessen der Schulverwaltung, die damals noch viel händische Schreibarbeit erforderte, zielführend und gewinnbringend mit.
Nach gut 30 Jahren schied Herr Bongartz am 31.01.2006 aus dem Dienst, um einsetzende gesundheitliche Probleme machte er in der ihm eigenen Art kein großes Aufheben. War er in der Folgezeit bei Treffen von Ehemaligen noch anwesend, war es zuletzt still um ihn geworden, von den Beschwernissen des Alters blieb auch er, der seinem Heimatort Anrath zeitlebens verbunden blieb, nicht verschont.
Wolfgang Bongartz war ein engagierter Lehrer, der, von einer inneren Heiterkeit geprägt, den gymnasialen Anspruch mit Warmherzigkeit und Güte verband. Als kompetenten und einsatzfreudigen Pädagogen mit dem „Herz am rechten Fleck“ behalten wir ihn am AEG in dankbarer Erinnerung.
Bruno von Berg, Schulleiter