Ein Museumstag in Ratingen - die harten Arbeitsbedingungen in der ersten Fabrik auf dem europäischen Festland

Kinderarbeit an den Maschinen der Fabrik Cromford um 1790
ein Bericht von Annika Boetzel, Chantal Dresen und Anna Kawell

Am 31.01.2017 sind wir, der Bilingualkurs der Jahrgangsstufe 8 und die Seiteneinsteiger Englisch, zum Cromford Museum nach Ratingen gefahren. Dies war die erste (Baumwoll)fabrik auf dem europäischen Kontinent. Da wir vorher schon im Unterricht über die Industrielle Revolution gesprochen hatten, hatten wir eine Vorstellung davon, was uns erwarteten würde.

Zuerst besichtigten wir einen Raum der Fabrik, in dem einige nachgebaute Maschinen standen. Zwei Museumspädagogen erklärten uns, während die Maschinen liefen, deren Funktionsweise: Die Fabrik stand an einem Fluss, der Anger, deren Wasser zu einem Wasserrad in die Fabrik geleitet wurde.  Dieses Rad übertrug die Wasserkraft auf die Königswelle. Durch Lederriemen wurde die Energie dann auf die Zahnräder der verschiedenen Maschinen übertragen. Für die einzelnen Schritte der Verarbeitung der Baumwolle bis hin zum Faden gab es unterschiedliche Maschinen. Sie waren nicht sehr groß, so dass Kinder sie bedienen konnten. Zuerst wurde die Baumwolle gebürstet und zu einem Vlies gepresst, dann in dünne Streifen geteilt, gedreht und auf Spulen aufgewickelt.

Maschine zur Herstellung eines Baumwollvlieses

Eine Spinnmaschine ersetzte ca. die Arbeitskraft von 100 Menschen, was bei diesen, die Angst um ihre Arbeitsplätze hatten, zur Zeit der Fabrikgründung große Empörung auslöste.

Die Fabrik war ein gefährlicher Ort: Hier, wo fast ausschließlich Kinder arbeiteten, kam es oft zu schweren Unfällen, die mitunter zum Verlust von Gliedmaßen führten. Oftmals erkrankten die jungen Arbeiter, noch bevor sie überhaupt erwachsen waren, weil der aufgewirbelte Staub der Baumwolle ihre Lungen dauerhaft schädigte.

Nach diesen Eindrücken sollten wir selbst aktiv werden und einen Baumwollfaden herstellen – allerdings mit der Technik von vor der Erfindung der Maschinen. Es gab gute und weniger gute Ergebnisse. Allerdings kam niemand an die Qualität des Fadens heran, der mithilfe der Maschinen gefertigt worden war.

Karden zum Bürsten der Baumwolle

Außer über die technischen Abläufe und Arbeitsbedingungen in der Fabrik erfuhren wir auch etwas über ihren Gründer, Johann Gottfried Brügelmann. Dieser  hatte sich aus England, dem Vorreiter der Industrialisierung, widerrechtlich Maschinen beschafft. Seine Fabrik baute er in Ratingen, da dort die Gegebenheiten günstig waren: Es gab zum Beispiel keine Konkurrenz an Unternehmern, die noch mit den herkömmlichen Mitteln gearbeitet und ihm  aus Angst, nicht mehr wettbewerbsfähig zu sein, Schwierigkeiten gemacht hätten.

Insgesamt konnten wir durch unseren Ausflug zur Fabrik Cromford unser Thema der Industriellen Revolution anschaulich abschließen.

Der Bilingualkurs Geschichte und die Seiteneinsteiger Englisch

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