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Schülerlabor Baylab

Es ist windig und so ziemlich jeder ist noch im Halbschlaf. Der einzige Unterschied zwischen diesem Freitag und jedem anderen Freitag ist, dass es an diesem Tag die Schüler des Bio-GK’s von Frau Canchola vom gesamten Unterricht befreit waren. Natürlich nicht aus irgendeinem Grund - sind wir mal ehrlich: spontane Unterrichtsbefreiung wäre schon was feines, besonders an einem so trüben Tag aber nein, was uns erwartete war etwas höchst spannendes und definitiv die Unterrichtsbefreiung wert. Wir hatten die Chance bekommen uns für einen Tag nach Leverkusen zu begeben und dort an dem Projekt „Erbgut und Gesundheit - Methoden der Biotechnologie“, des Bayer Schülerlabors BayLab, teilzunehmen. Diese Chance ergriffen wir natürlich sofort und so kam es, dass wir nun an besagtem Freitagmorgen früh aufgestanden waren, noch früher als sonst, und uns versammelten um mit dem Bus nach Leverkusen zu fahren. Neben Frau Canchola begleitete uns noch der werte Herr von Soosten, welcher als Referendar an unserer Schule eine Menge an Erfahrungen sammelt.

Nach ungefähr einer Stunde Fahrt waren wir am Chempark in Leverkusen angelangt. Auf diesem, fast einer Stadt gleichenden Campus, liegt die Zentrale, das HQ wenn man so will, des internationalen Chemiekonzerns Bayer AG. Auf dem 480 Hektar großen Gelände befinden sich außerdem noch 200 weitere Betriebe, welche allesamt in den Bereichen der Chemikalienproduktion, sowie Chemikalienentsorgung tätig sind. Unser genaues Ziel war nun das BayLab. Dieses Schülerlabor liegt im Kommunikationszentrum des Konzerns mitten im Chempark. Dort wurden wir sehr freundlich in Empfang genommen und erstmal dazu eingeladen uns die, sich neben dem Eingangsbereich befindende, Ausstellung zu verschieden Themen des Bayer Konzerns anzugucken, da das Labor noch für uns vorbereitet wurde. Kurz darauf wurden wir dann von unserer Begleitperson in das Labor geführt. Dort erwartete uns eine kurze Einführung zum Thema und dann hieß es nur noch: Schutzbrillen auf, Kittel an und los!
Da wir im Unterricht zu dem Zeitpunkt mit dem Thema der Genetik beschäftigt waren, sollten wir uns im BayLab passend dazu mit unserer eigenen DNA beschäftigen. Zu allererst haben wir unsere eigene DNA aus unseren Mundschleimhautzellen extrahiert. Danach führten wir eine Polymerase-Kettenreaktion (PCR) durch - eine sehr gängige Methode in der Biologie um DNA-Fragmente in kurzer Zeit zu vermehren - um unsere DNA zu vervielfältigen. Um genau zu sein haben wir so den Bereich D1S80 des ersten Chromosoms vervielfältigt. Die PCR besteht aus drei Schritten, der Denaturierung, dem Annealing und der Extension, welche im Labor sehr oft wiederholt werden, um so die DNA zu vervielfältigen. Nachdem die PCR vollendet war mussten wir unsere Produkte mit der Methode der Agarosegelelektrophorese nachweisen und überprüfen. Mit dieser Methode wird die DNA in Form von sogenannten Banden sichtbar gemacht und es ist möglich die Größe eines bestimmen Abschnitts der DNA festzustellen. In unserem Fall war dieser Abschnitt der Abschnitt D1S80. Nachdem auch die Agarosegelelektrophorese erfolgreich war haben wir unsere Ergebnisse miteinander verglichen. Jeder von uns hatte ein klares Ergebnis erzielt, welches wir fotographisch festgehalten haben, und unsere Laborbetreuerin war sehr zufrieden mit unsere Arbeit.
An dem Punkt neigte sich unser Aufenthalt im BayLab dem Ende zu und wir sammelten unsere Taschen und Jacken zusammen und begaben uns zurück zu unserem Bus. Als Fazit dieser sehr spannenden Exkursion hatten wir alle die praktische Erfahrung mit den Methoden gemacht, die wir zuvor theoretisch im Unterricht erarbeitet hatten.

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